Startseite/Kodierungswissen/Internationale Barcodes/Europäische Barcodes
Internationale Barcodes · 5 Minuten Lesezeit
Internationale BarcodesInhalt geprüft

Europäische Barcodes: Warum der europäische Markt überwiegend EAN nutzt

Der Name EAN selbst stammt aus Europa. Wer seinen Ursprung versteht, versteht auch, warum der europäische Einzelhandel und die Lieferkette rund um dieses Zahlensystem aufgebaut sind.

Zusammenfassung:Dieser Artikel erläutert den europäischen Ursprung des EAN-Systems, die Nummernkreisverteilung der wichtigsten europäischen Märkte, die Anforderungen an die Codierung für den Warenverkehr innerhalb der EU sowie die Punkte, die beim Eintritt in den europäischen Markt bei Codierung und Verpackungskennzeichnung zu beachten sind.
01

Der europäische Ursprung von EAN

EAN ist die Abkürzung für European Article Number. In den 1970er Jahren trieb der europäische Einzelhandel dieses Codierungssystem voran, um das Kennzeichnungsproblem des grenzüberschreitenden Warenverkehrs zu lösen; später wurde es mit dem nordamerikanischen UPC-System unter GS1 vereint und wurde zur Trägerform der GTIN-13. Die Verbreitung von EAN-13 im europäischen Markt ist das Ergebnis historischer Entwicklung und nicht die Folge einer bestimmten Vorschrift.

02

Die Nummernkreisverteilung der wichtigsten Märkte

Die GS1-Mitgliedsorganisationen der europäischen Länder verfügen jeweils über eigene Nummernkreise: Deutschland 400–440, Frankreich 300–379, Vereinigtes Königreich 50, Italien und Spanien und andere Länder haben ebenfalls eigene Bereiche. Grenzüberschreitende Verkäufer sollten beachten: Der Nummernkreis stellt keinen Ursprungsnachweis dar; der EU-Zoll und die Marktaufsicht stützen sich bei der Bestimmung des Ursprungs auf die Ursprungsregeln, nicht auf die Barcode-Präfixe.

03

Wichtige Punkte der Codierung beim Eintritt in den europäischen Markt

In der Richtung gibt es drei Punkte:Erstens,Prüfen Sie, ob der Zielkanal Anforderungen an die Herkunft der Codierung stellt (die meisten EU-Einzelhändler akzeptieren global gültige GTIN);II.Prüfen Sie die Konformitätsanforderungen an die Verpackungskennzeichnung (die EU hat ein eigenes Regelwerk für Produktetiketten, das mit dem Barcode selbst nichts zu tun hat);III.Prüfen Sie, ob eine EDI-Anbindung an die lokale Lieferkette erforderlich ist (große Einzelhändler verlangen häufig die Angabe einer GLN).

04

Das Verhältnis zu UPC

Europäische Kanäle akzeptieren allgemein GTIN-13 mit führender 0 (strukturell äquivalent zu UPC-A); daher gibt es auf der Ebene der Codierung in der Regel keine Probleme, wenn Waren mit nordamerikanischem Nummernkreis in den europäischen Markt gelangen. Umgekehrt gilt dasselbe. Die eigentlichen Hindernisse liegen oft bei der Produktkonformität, Zertifizierung und Kennzeichnung, nicht beim Barcode.

Überblick über die wichtigsten Punkte

Wichtige Schlussfolgerungen, die direkt übernommen werden können.

Punkt 01

EAN stammt aus Europa

Der Name kommt von European Article Number und wurde später einheitlich zu GTIN-13.

Punkt 02

Der Nummernkreis beweist nicht den Ursprung

Die EU bestimmt den Ursprung nach den Ursprungsregeln, unabhängig vom Barcode-Präfix.

Punkt 03

Für den Eintritt in Europa sind drei Dinge zu prüfen

Codierungsanforderungen des Kanals, Kennzeichnungskonformität, ob eine EDI-Anbindung erforderlich ist.

Punkt 04

Strukturell mit UPC kompatibel

GTIN-13 mit führender 0 entspricht UPC-A, auf der Ebene der Codierung gibt es keine Hindernisse.

Datenabgleich

MarktNummernsegment-PräfixErläuterung
Deutschland400 – 440Einer der wichtigsten Wirtschaftsräume Europas mit ausgereiften Einzelhandelskanälen
Frankreich300 – 379Große Einzelhandelsketten stellen hohe Anforderungen an EDI und Stammdaten
Vereinigtes Königreich50Marktregeln sind relativ eigenständig
Italien / SpanienZuweisung durch die nationale MitgliedsorganisationDie Nummernbereiche der einzelnen Länder werden von der jeweiligen lokalen GS1-Mitgliedsorganisation veröffentlicht

Abbildung

Europäischer Nummernbereich · 400er-Serie (Beispiel Deutschland)

Europäischer Nummernbereich · 400er-Serie (Beispiel Deutschland)Echte Codierungsdarstellung
4001234567891

Das Beispiel zeigt eine GTIN-13 beginnend mit 400 zur Veranschaulichung des europäischen Marktnummernbereichs. Eine nach den Regeln generierte Demonstrationsnummer.

Erläuterung der Fachbegriffe

Die in diesem Artikel behandelten Fachbegriffe.

EAN

Europäische Artikelnummer, heute die Trägerform der GTIN-13.

Ursprungsregeln

Rechtliche Regeln zur Bestimmung des Warenursprungs, unabhängig vom Barcode-Präfix.

EDI-Anbindung

Die Art und Weise des automatisierten Austauschs von Bestell-, Versand- und Wareneingangsdokumenten mit Einzelhandelssystemen.

Verwandte Fragen und Antworten

Können in China produzierte Waren den deutschen Nummernbereich verwenden?+
Ja. Der Nummernbereich kennzeichnet die Zuweisungsquelle und steht in keinem Zusammenhang mit dem Produktionsort. Voraussetzung ist lediglich, dass dieser Nummernbereich ordnungsgemäß über die deutsche Mitgliedsorganisation bezogen wurde.
Lehnen europäische Einzelhändler meine Lieferung wegen des Barcode-Präfixes ab?+
In der Regel nicht allein wegen des Präfixes. Die Hürden für eine Lieferbeziehung liegen eher bei Produktqualität, Zertifizierungen, Kennzeichnungskonformität und der Fähigkeit zur Zusammenarbeit in der Lieferkette.
Hat die Änderung der Marktregeln im Vereinigten Königreich Auswirkungen auf Barcodes?+
Das Vereinigte Königreich ist weiterhin Teil des GS1-Mitgliedssystems, die Regeln für Barcodes selbst gelten fort; für Marktzugang und Produktkonformität gelten jedoch separate Anforderungen, die nach den jeweils aktuellen britischen Vorschriften geprüft werden müssen.
Muss diese Angelegenheit unbedingt über einen Agenten abgewickelt werden?+
Nicht zwingend. Sie können sich direkt an die zuständige Mitgliedsorganisation wenden; der Mehrwert eines Agenten liegt in der Auswahl des Nummernbereichs, der Nummerngestaltung, der Prüfung der Unterlagen sowie der kontinuierlichen Verwaltung nachfolgender Änderungen und Verlängerungen. Ob Sie beauftragen, hängt von Ihrem Zeitaufwand ab.
Können die Zahlen im Inhalt direkt verwendet werden?+
Alle im Text genannten Barcodes sind Demonstrationsnummern, die nach den GS1-Regeln generiert wurden. Die Struktur ist gültig, sie gehören jedoch keinem Unternehmen. Verwenden Sie sie keinesfalls direkt für echte Produkte; offizielle Codes müssen aus dem durch die Registrierung erhaltenen Codesegment selbst zusammengestellt werden.
Wie lange dauert es, bis ein Ergebnis vorliegt?+
Die Bearbeitungszeiten der einzelnen Mitgliedsorganisationen sind unterschiedlich. Diese Website gibt keine unbestätigten Zusagen zu Bearbeitungstagen. Nach Einreichung Ihrer Anfrage stimmt der Codierungsberater die Meilensteine gemäß dem aktuellen Bearbeitungsstand mit Ihnen ab.

Autoritative Quellen und Erläuterungen

Der Inhalt dieses Artikels wurde auf Grundlage der folgenden öffentlichen Standards und institutionellen Vorgaben zusammengestellt und kann selbst überprüft werden.

Quelle 01

GS1 General Specifications

GS1 ist die internationale Organisation, die das globale Produktcodierungssystem verwaltet. Ihre General Specifications legen die Codestrukturen von GTIN, GLN, SSCC usw., den Prüfziffernalgorithmus und die Anforderungen an den Symbol Druck fest.

Inhaltlicher Hinweis:Dieser Artikel ist eine allgemeine Erläuterung des Kodierungswissens und enthält keine konkreten Beträge, Tageszusagen oder Paragrafennummern; für die aktuellen Anforderungen bestimmter Märkte und Plattformen gelten die offiziellen Dokumente der jeweiligen Institutionen und Plattformen. Alle in diesem Artikel genannten Barcodes sind Demonstrationsnummern, die nach den GS1-Regeln generiert wurden, gehören keinem Unternehmen und dürfen nicht für echte Produkte verwendet werden.

Verwandte Artikel

Haben Sie nach dem Lesen noch konkrete Fragen?

Wissensseiten lösen allgemeine Fragen; wenn es um Ihr konkretes Produkt, Ihren Markt und Ihren Kanal geht, ist es schneller, direkt einen Kodierungsberater zu fragen.

—